Wer meint, mit roher Kraft allein könne er auch nur ein halbwegs brauchbarer Schmied,
Schlosser oder Bergmann werden, soll statt Schaufel und Hammer lieber eine Axt
nehmen und Bäume oder von mir aus Orkschädel spalten! Denn er wird stets eine
Schande für unsere Zunft sein.
Nicht einmal allen meines Volkes ist es gegeben, meisterlich die hohe Kunst
der Metallverarbeitung zu erlernen - um wieviel schlechter stehen dann die Langbeiner
da, die meist nicht einmal in der Lage sind, verschiedene Metalle einfach nur am
Geruch auseinanderzuhalten. Und mehr noch, es geht nicht nur um Körperliche: Jedes
Metall, jedes Erz hat seine eigene Seele. Wer sie nicht zu erspüren und verstehen
vermag, kann vielleicht Fassringe schmieden, oder grobe Schlüssel fertigen. Er wird aber
gewiss auch den stumpfen, erbärmlichen Glanz des Katzengolds für wertvolles Erz halten - und
es geschieht ihm recht!
Talent und Veranlagung sind nur die Grundvoraussetzungen, um ein Metallgewerk zu erlernen.
Hinzu kommen endlose Jahre der Übung und des Fleisses, und so manche Enttäuschung, bis einem
endlich etwas gelingt, das man voll Stolz mit seinem eigenen Namen signieren mag!
Und schließlich mag einer ein Meister in der Bearbeitung von Eisen sein. Aber das ist
nur der Anfang. Jedes Metall ist anders, braucht ihm gemäße Verfahren, die nacheinander
erlernt werden müssen. Es liegt auf der Hand, dass die kurze Lebensspanne der Langbeiner
- von den Spitzohren einmal abgesehen - einfach oft nicht ausreicht, um das Gefühl dafür
zu entwickeln, wie man Mytheril oder das ewig heisse Erz aus dem Herzen eines Vulkans
bearbeitet. Denn dort kommen alle anständigen Erze her - aus dem glühenden Leib der Erde!
Und nicht etwa aus irgendwelchen Steinen, die Flüsse vor sich herrollen, auch wenn die
Spitzohren nicht müde werden, die Qualität ihres sogenannten "Mondsilbers" zu rühmen!
Drum merkt Euch, Ihr Leute: Kauft Ihr metallene Dinge vom billigen Händler um die Ecke,
so erwerbt Ihr Metall ohne Seele, roh der Erde entrissen und grob zusammengedengelt.
Qualität hat ihren Preis, steckt darinnen doch die jahrzehntelange Erfahrung oft mehrerer
Meister. Und selbstverständlich steht außer Frage, dass die Qualität der Waren, welche
von den Angroschim gefertigt wurden, sich von jener der anderen Völker unterscheidet
wie Gold von taubem Gestein. Weshalb den meinen selbstverständlich auch das Recht und
die heilige Pflicht obliegen, diese Zunft zu führen!
(aus einer Rede des Balfor Darkstone vor den Zünften in Vesper)